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    Serie der Evangelischen SonntagsZeitung

    Ich mache, was ich glaube - Ich bin Diakonisse

    ESZ/privatHeidi Steinmetz, Oberin Diakonisse im Diakonissenhaus FrankfurtHeidi Steinmetz, Oberin Diakonisse im Diakonissenhaus Frankfurt

    In der Evangelischen Sonntags-Zeitung schreiben Pfarrer, Kirchenmusikerin, Gemeindesekretärin, Studierende der Evangelischen Theologie, warum sie für die Kirche arbeiten. Heidi Steinmetz, Oberin Diakonisse im Diakonissenhaus Frankfurt erzählt, weshalb sie sich auf dieses Amt eingelassen hat und das Leben in der Gemeinschaft...

    »Ich bin berufen, sage ich, wenn ich gefragt werde, warum ich Diakonisse geworden bin. Diese Berufung habe ich beim Bibellesen erlebt. Es war nur ein Satz aus dem Markusevangelium, Kapitel 2, Vers 14: ›Als Jesus vorüberging, sah er Levi, den Sohn des Alphäus, am Zoll sitzen und sprach zu ihm: Folge mir nach! Und der stand auf und folgte ihm nach.‹ Ich war gerade 23 Jahre alt, stand am Ende meiner Ausbildung zur Erzieherin, die ich am Frankfurter Diakonissenhaus absolvierte. Ich lernte Diakonissen kennen, hätte mir aber niemals vorstellen können, selbst eine zu werden. Zu einem erfüllten Leben gehörten für mich Mann und Kinder. Aber Gottes Pläne sind manchmal anders. Ein paar Monate später trat ich in die Schwesternschaft ein. Auch wenn mir erst vieles schwerfiel – unser Nachtgebet, die Complet, liebte ich von Anfang an. Ich wurde ins Noviziat eingeführt, wurde Erzieherin und nach einem Studium Lehrerin. Ich habe mit viel Freude unterrichtet, wurde Schulleiterin – bis mich die damalige Oberin fragte, ob ich ihre Nachfolgerin werden wolle. Nein, das konnte ich mir nicht vorstellen. Zu sehr liebte ich die Arbeit mit den jungen Leuten. Und ich zweifelte auch immer wieder, ob der Diakonissenberuf wirklich meine Lebensentscheidung bleiben sollte. Ich habe mit vertrauten Menschen gesprochen, habe viel gebetet, um zu prüfen, was Gottes Wille sein könnte. Ich war damals die jüngste Diakonisse, knapp 40 Jahre alt, und hatte das Gefühl, das Leben liegt vor mir. Warum ich nicht gegangen bin? Meine Berufung hat mich gehalten. Mittlerweile war ich verwurzelt, liebte die Schwesternschaft mit ihren Schwierigkeiten und Stärken. In Gemeinschaft zu leben, kann auch und gerade beim Älterwerden beglückend sein. Oberin zu werden, das verstand ich jetzt als den Ruf Gottes. Das bin ich nun seit mehr als 13 Jahren. Ich bin zuständig für Menschen zwischen einem und über hundert Jahren, die hier wohnen, arbeiten, zu Gast sind und mit uns geistliches Leben teilen. Fest sind nur die Gebetszeiten. Ansonsten gleicht kein Tag dem anderen. Ich liebe meinen Diakonissenberuf.«

    Evangelische SonntagsZeitung

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